Alpine Gravel Creux du Van
Natürlich ist der Creux du Van schon lange kein Geheimtipp mehr. An schönen Wochenenden kann es dort oben ziemlich voll werden. Und trotzdem: Wenn man an dieser gewaltigen Felskante steht, versteht man sofort, warum dieser Ort so viele Menschen anzieht. Der Creux du Van hat seine Magie nicht verloren.
Unsere Route startet in Yverdon-les-Bains und führt über 58 Kilometer und 1250 Höhenmeter nach Neuchâtel. Der erste Teil steigt auf gut fahrbaren Strassen Richtung Jura an. Es hat abschnittsweise zwar etwas Verkehr, aber nicht so viel, dass wir die Strecke meiden würden. Wer sehr empfindlich auf Autos reagiert, findet auf Komoot zusätzlich eine ruhigere, aber deutlich anstrengendere Alternative.
Der Aufstieg lohnt sich in jedem Fall schon früh: Neuenburgersee, Yverdon und dahinter bei guter Sicht die Alpenkette vom Wallis mit Mont Blanc bis zu den Berner Alpen. Spätestens beim Balcon du Jura bei Mauborget wird klar, warum diese Seite so heisst. Der See liegt weit unten, die Aussicht ist grossartig. Direkt daneben kann man im Paral’Aile Café sehr gut noch einen Kaffee mitnehmen.
Danach wird die Tour immer mehr zu dem, was man sich unter Bilderbuch-Jura vorstellt: kleine Strassen, breite Forstwege, schöne Wälder und später gut fahrbare Trails.
Kurz vor dem Creux du Van kommt La Baronne zur richtigen Zeit. Cash und etwas Geduld mitbringen. Dafür gibt es Rösti, für die ganz Harten auch Fondue.
Das letzte Stück zum Creux du Van geht man wegen Fahrverbot zu Fuss. Das ist kurz und völlig in Ordnung. An einem geschützten, empfindlichen Ort muss nicht jeder Meter fahrbar sein. Oben wartet dann dieses riesige Felsenrund: steil, roh, fast alpin. Kein Aussichtspunkt zum schnellen Abhaken, sondern ein gewaltiger Bruch in der Juralandschaft.
Nach dem Creux du Van ist die Tour noch lange nicht vorbei. Die Abfahrt schüttelt etwas, bleibt aber gut fahrbar und führt vorbei an der traditionsreichen Ferme Robert. Ein Dessert-Stopp bietet sich hier sehr an. Danach bleibt die Route lange oben am Hang, statt direkt ins Tal nach Neuchâtel zu rollen. Genau das macht den Schluss nochmals stark: Wälder, Felswände, Querungen und immer wieder dieser typische Jura-Mix aus Ruhe und Kante.
Am Ende wartet Neuchâtel. Und damit der See. Wer alles richtig macht, beendet die Tour nicht sofort am Bahnhof, sondern direkt am Wasser, mit Abschlussbier oder Apéro in einer der Bars am Ufer.